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Alte Bilder & neue Ziele

Der Weg nach Cascais

Achte auf deine Gedanken, sie werden zu Worten.
Achte auf deine Worte, sie werden zu Handlungen.
Achte auf deine Handlungen, sie werden zu Gewohnheiten.
Achte auf deine Gewohnheiten, sie werden zu Charaktereigenschaften.
Achte auf deinen Charakter, er wird dein Schicksal. 1

Rückblende - Gedanken

Vor zwei Jahren schrieb ich den sechsten Text für dieses Blog. Es war 2023, ich kam gerade aus dem Surf Urlaub zurück. Es war mein erster Urlaub allein. Ich war davor sehr aufgregt - lernte aber vor Ort schnell nette Menschen kennen. Eine Woche surfen lag hinter mir, ein schöner Urlaub. Sport, einzelne Ausflüge und entspannte Zeit am Pool - es war der Urlaub in dem ich wieder Spaß am lesen fand. Es war der vorletzte Tag. Der Urlaub neigte sich dem Ende zu und allgemein herrschte Aufbruchstimmung. Einige brachen zu den nächsten Reiseetapen auf, für mich ging es nach Hause. Beim Buchen der Flüge hatte ich einen späte Verbindung erwischt - Abflug nach 18 Uhr in Lissabon. Anfangs hatte ich mich gefreut, quasi einen Tag mehr vom Urlaub zu haben. Als der Zeitpunkt dann nah kam, zeigten sich die Risse der Idee: Ein Tag auf gepacktem Koffer, ohne Zimmer und mit lauter Aufbruch um einen herrum will sich nicht nach Urlaub anfühlen. So kam es wie gerufen, dass zwei Mitreisende weiter nach Lissabon fuhren und für meinen Abreisetag hier eine Stadführung geplant hatten. Ich schloss mich dem Plan der Stadtführung an, und fuhr so am letzten Tag sehr spontan nochmal in die Stadt Lissabon.

Im Taxi auf dem Weg erzählte mir der Fahrer, dass er nicht geschlafen habe. Ich sei sein letzter Gast für heute. Er hatte gestern Abend spät Dienst, und hat dann früh morgens seinen Freund an den Start des Marathons gefahren der heute stattfinde. Kurz darauf stand ich in der Stadt. Etwas zu früh für die Führung. Ich lief umher, abgesperrte Straßen, Streckenmarkierungen und Zuschauer prägten in diesem Moment das Stadtbild. Ein Hubschrauber kreiste. Dann brach eine Gruppe Läufer um eine Straßenecke. Energetisch schoben sie sich die Straße entlang, die Füße flogen über das Kopfsteinpflaster. Ich fing ein Bild einer Läuferrin ein. Den kurzen Moment, als sie von Sonne geflutet, mit wallendem Zopf, mitten im Laufschritt zu scheben scheint. Kraftvoll, außdauernd, energetisch - elektrisierend.

Dieses Bild und der Gedanke den es entstehen lies sollte mich länger begleiten als ich damals je vermutet hätte. Ein Gedanke wie eine Pflanze die erst zart ist und dann herranwächst. In meinem Kopf formte sich damals: “Ach schade, hätte ich das früher gewusst wäre ich hier gerne mitgelaufen”.

Bild der Läuferrin

Dazwischen - Worte

“Hätte ich das gewusst wäre ich mitgelaufen” - diesen Satz hörte ich mich immer wieder sagen wenn ich von dem Urlaub erzählte. Gar nicht geplant, einfach weil sich der Gedanke so in meinem Kopf geformt hatte. Nicht als Plan für die Zukunft, nicht im Sinne von “das werde ich nächstes Jahr machen” - nur als Gedanke über die Vergangenheit. Und diese Worte blieben Teil der Geschichte dieses Urlaubes. Als ich dieses Jahr, zwei Jahre nach dem Urlaub, davon erzählte war der Satz “Hätte ich das gewusst wäre ich mitgelaufen” teil der Geschichte.

Letztes Jahr absolvierte ich meinen ersten Triathlon. Mehr Zufällig, aber doch mit freude. Dieses Jahr war ich wieder dabei, und der Muskelkater danach war kleiner und der Ehrgeiz vielleicht ein wenig größer - und das Gefühl “wenn ich mich vorbereite kann ich das” ein bisschen stärker. Also schaute ich mal neugierig welche längeren Triathlon distanzen es so gibt und wo. Eine Langdistanz - ein voller Ironman - war mir zu viel, das wusste ich. Aber die Hälfte - ein 70.3 - scheint erreichbar. Wikipedia listet schön alle Orte an denen Ironman 70.3 ausgetragen werden - einige in Deutschland, Düsseldorf, Leipzig … Alle für mich mit logistischem Aufwand verbunden, keiner der mich wirklich reizt. Aber ein Ort der Liste sticht für mich herraus, und bleibt hängen. Portugal, Cascais

Gegendwart - Handlungen

Und dann ging es ganz schnell, als die Anmeldung öffnete, ausfüllen und Abschicken. Damit ist der Ton gesetzt, und jetzt heißt es trainieren.


  1. Johann Wolfgang von Goethe ↩︎

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Hallo ich bin Arwed, und war auf großer Reise. Hier könnt ihr an meinen vergangen und zukünftigten Erlebnissen teilhaben…